Übersetzungsauftrag bekommen

Übersetzungsaufträge finden: Profil und Spezialisierung klären

Sie haben Ihr Übersetzerstudium beendet und möchten sich nun selbstständig machen? Sie interessieren sich für die Arbeit eines Übersetzers oder wollen selbst als Übersetzer tätig werden? Dann stellt sich natürlich die erste Frage: Wie findet man erste Übersetzungsaufträge? Was muss ich beachten, wenn ich auf freiberuflicher Basis Übersetzungen anbieten will? Und auf welcher Plattform finde ich meine potenziellen Kunden, Auftraggeber und Übersetzungsbüros?

Die eigene Website als Visitenkarte des Übersetzers

Wenn man Übersetzungsaufträge bekommen möchte, hilft ein klares, auffindbares Leistungsprofil. Eine eigene Website ist dafür eine Möglichkeit. Sie ist die Visitenkarte eines Übersetzers oder eines Übersetzungsbüros und gibt einen umfassenden Überblick über die Tätigkeitsschwerpunkte. Der Kunde kann sich umfangreich über die Dienstleistungen informieren und entscheiden, ob ein Übersetzungsauftrag für ihn in Frage kommt.      

Ein professioneller Übersetzer oder ein Übersetzungsbüro kann auch über ein Portal wie beispielsweise proz.com beauftragt werden. Es handelt sich um eine Plattform, auf der Jobs und Übersetzungsaufträge ausgeschrieben werden. Die Online-Gemeinschaft stellt dem Übersetzer ein umfangreiches Glossar zur Verfügung, über das nach Fachbegriffen gesucht werden kann. Daneben gibt es noch das Netzwerk KudoZ, das dem Nutzer eine Terminologie-Hilfe und den Austausch von Verständnisfragen bietet.

Agenturen und fachliche Kontakte gezielt ansprechen

Auch im Leben eines freiberuflichen Übersetzers gilt: Aller Anfang ist schwer. Wer einen Übersetzungsauftrag bekommen will, hat zu Beginn seines Berufslebens eine Menge an Marketingaktivitäten zu meistern. Neben den oben genannten Unternehmungen sollte der zukünftige Übersetzer sich bei Übersetzungsagenturen im In- und Ausland anmelden. Überzeugt er durch ein attraktives Portfolio und einen interessanten Lebenslauf, kann daraus eine Zusammenarbeit entstehen; eine Auftragszusage ergibt sich daraus nicht automatisch.

Fachliche Netzwerke, Branchenveranstaltungen und Empfehlungen können Kontakte zu passenden Auftraggebern ermöglichen. Ein klar beschriebenes Angebot hilft dabei, dass Interessenten die eigene Spezialisierung erkennen. Planen Sie den Aufbau solcher Beziehungen langfristig und berücksichtigen Sie die Präferenzen potenzieller Ansprechpartner.

Ein aussagekräftiges Portfolio aufbauen

Beschreiben Sie Ihre Sprachrichtungen, Fachgebiete und bevorzugten Textsorten konkret. Verwenden Sie Arbeitsproben, die Sie veröffentlichen dürfen. Für den Einstieg können selbst erstellte oder ausdrücklich freigegebene Beispiele geeignet sein; kennzeichnen Sie sie entsprechend. Vertrauliche Kundentexte gehören ohne Erlaubnis nicht ins Portfolio.

Checkliste für die erste Projektanfrage

Klären Sie vor einer Zusage Textumfang, Fachgebiet, Sprachrichtung, Termin und Lieferformat. Prüfen Sie die Lesbarkeit und ob Sie die fachlichen Anforderungen erfüllen können. Vereinbaren Sie Honorar, Berechnungsgrundlage, Zahlungsbedingungen und Umfang der Qualitätskontrolle. Ein realistischer Auftrag passt zur eigenen Kapazität und Spezialisierung.

Was ist bei Testübersetzungen sinnvoll?

Fragen Sie nach Umfang, Zweck, Bewertung und Verwendung des Tests. Eine kurze Arbeitsprobe kann die fachliche Eignung zeigen. Umfangreiche Leistungen sollten nicht ohne klare Vereinbarung begonnen werden. Dokumentieren Sie außerdem, welche Rückmeldungen Sie erhalten, und nutzen Sie wiederkehrende Hinweise für die eigene Weiterbildung.

Die benötigten Kompetenzen erläutert Was zeichnet einen guten Übersetzer aus?. Die Berechnungsmodelle behandelt der Beitrag Was kostet eine Übersetzung?. Weitere Einblicke in die Praxis finden Sie im Übersetzer-Blog.

Übersetzer für Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Deutsch

Autor: Franz Hefele

Übersetzer und Texter der Sprachen Französisch, Italienisch, Spanisch, Englisch, Deutsch.