Einzelne Gedanken, Teil 1

Alles, was außerhalb der Vorstellung liegt und nicht in unserem Bewusstsein verankert ist, gehört in den Bereich des Unbewussten, das unabhängig von Raum und Zeit sein Wesen in einer Dimension hat, die nicht zu ergründen ist.

Sie ist ohne Bewegung, kennt keine Form und hat als Gestalt nur die reine Tiefe an sich, die über die Konzentration des Ichs zum Ausdruck kommt. Aber nicht als grundlegender Begriff, sondern immer als Gefühl, das als Kern alle anderen Gefühle zum Ausdruck bringt.

Die Idee der Tiefe ist dabei eine Symbolik, die wir brauchen, um überhaupt etwas mental erfassen zu können. Denn unser Gedankenreichtum ist nichts weiter als ein Meer von Bildern, das manchmal ruhig, manchmal stürmisch unser Schiff mit dem Namen „Inneres Auge“ über die vier Himmelsrichtungen hinwegbewegt.

Die Form, die außerhalb unserer Vorstellung der Materie seine Gestalt gibt, ist immer nur objektiv vorhanden und damit außerhalb unseres unmittelbaren Wesens. Sie unterliegt den Gesetzen von Raum, Zeit und Kausalität und hat als Grund die Unendlichkeit, aus der sie stammt.

Ihr Charakter aber, also alles, was wir ästhetisch wahrnehmen, wird durch unsere Vorstellung bedingt, die außerhalb von Raum, Zeit und Kausalität nur subjektiv vorhanden ist.

In der Anschauung verschmelzen Formgebung und Vorstellung zu einem einzigen Punkt, der als Abstraktion bildlich in unserem Bewusstsein wiedergegeben wird.

Der Gedanke allein ist die Quintessenz aller Vorstellung, die, in Begriffen koordiniert, unsere Vernunft in die richtigen Bahnen leitet. Sobald die Idee den Raum einnimmt, der ihr gebührt, kann die Betrachtungsweise in vollem Gange ihre Stärke ausspielen und die Motivation steigern lassen, den richtigen Gehalt in der Notwendigkeit zu finden, um für Recht und Ordnung zu kämpfen.

Dabei dominiert, wie bei jeder Entwicklung, immer die höhere Stufe die niedrigere, damit die Erkenntnis zur vollendeten Gerechtigkeit eines Tages das Licht der Welt erblicken kann, ohne dass der Begriff der Schuld noch existieren wird.

Die Moral, als die Gesündeste aller Formen des Egoismus, ist dabei der Wegweiser, der unseren blinden Willen zähmt und unser Verlangen zu dem Stern weist, der am hellsten über unseren Köpfen leuchtet.

Das Unergründliche, also das, was sich subjektiv als Unbewusstes und objektiv als Unendlichkeit manifestiert, steht außerhalb jeder Idee, begründet diese aber durch sein Wirken, was wir als unsichtbare Erscheinung in unserer emotionalen Struktur wahrnehmen.

Zeit, Raum und Kausalität, also die für unser Bewusstsein fassbaren objektiven Gegebenheiten der Unendlichkeit, geben unserem Gehirn die Impulse von außen, die es benötigt, damit es die Gestalten der Wirklichkeit begreifen und in die für seine Auslegung richtige Form bringen kann. Mit diesen gegebenen Informationen kann es wiederum Ableitungen über die objektiven Gesetzmäßigkeiten durchführen und den Verstand sein überlebenswichtiges Futter zuteilen.

Dieser Verstand, über den sich jegliche Vorstellung über alle Objekte sich subjektiv darstellen, ist die erste Instanz zur Darstellung von Begriffen, die sich anschließend über die zweite Instanz, das Gedächtnis, ins Unbewusste verabschieden und dort für immer verweilen.

Für die Erfahrung, also jegliches empirische Denken bis hin zur höchsten Wissenschaft und Experimentierfreude, braucht der Mensch ein funktionierendes Gedächtnis, das seine Kraft aus dem Unbewussten zieht und nur indirekt unter der Kontrolle des Ichs steht. Denn die Impulse, die unsere Reflexionen und inneren Betrachtungsweisen zulassen, kommen immer aus einem Bereich des Unbewussten, bevor sie über das Feld der bloßen Erinnerung ins Bewusstsein dringen.

Das Unbewusste lässt sich dabei nur zu ungern ausleuchten. Denn es verbirgt seine Gesetzmäßigkeiten wie ein Dieb, der seine Beute im Dickicht des tiefen Waldes versteckt. Und dabei tut es nur gut daran, denn nicht jeder Gesetzeshüter hat das Recht auf seiner Seite.

Deshalb sagt man ja auch immer, dass die Grenze zwischen Vernunft und Unvernunft gar nicht wirklich existieren kann, solange man ja auch noch gar nicht weiß, was die Moral eigentlich tatsächlich charakterisiert. Denn es ist schließlich immer der eigene Charakter, der mehr über das Wesen des Geistes dominiert.

Die Unendlichkeit ist eine Sphäre, die wir einfach nicht begreifen können, da wir selbst endlich sind. Aber nur in Beziehung zur objektiven Welt, denn die subjektive Unmittelbarkeit bleibt immer bestehen.

Übersetzer für Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Deutsch

Autor: Franz Hefele

Übersetzer und Texter der Sprachen Französisch, Italienisch, Spanisch, Englisch, Deutsch.